3. Oktober 2010

Mitreiß(s)ende Reise um die Welt

"Ein Lied zieht um die Welt" - so hieß das Programm des Chorkonzertes, das der Gesangverein "Harmonie" 1902 Dienheim e.V. in der Siliushalle aufführte.

In Wirklichkeit waren es viele Lieder aus der ganzen Welt, deren Klang durch Dienheim zog.

Viele Zuhörer waren gekommen, um den drei Chören (Gemischter Chor, Sound of Harmonie, beide aus Dienheim, und "Mystic" aus MZ-Mombach) bei ihrem gemeinsamen Programm zu lauschen. Leiterin aller drei Chöre ist Brigitte Wolter. Sie hatte es glänzend verstanden, die ca. 50 Sängerinnen und Sänger auf eine Weltreise mitzunehmen, in deren Verlauf sie nicht nur englisch, französisch und spanisch singen mussten, sondern auch finnisch, russisch und kreolisch. Unterstützt wurde ihr musikalischer Vortrag durch kleine choreographische Einlagen, bei denen sie z.B. einen betrunkenen Seemann an Land zogen, die französische Lebensart auf dem Champs Elysees aufleben ließen oder in Frack und Zylinder New York besangen.

Aber nie litt bei den szenischen Einlagen der fast durchgängig 4-stimmige Gesang. Mit großer Konzentration und Sicherheit wurden die Lieder vorgetragen. Katrin Adolf, Volker Rothmann und Claudia Cambeis überzeugten mit ihren Soloeinlagen, wobei vor allem der sehr bewegende Gesang von Katrin Adolf in "Gabriellas Lied" für atemlose Stille bei den Zuhörern sorgte.

überaus wichtig für das gesamte Konzert war die musikalische Begleitung am Klavier von Klaus Ebeling und am Schlagzeug von David Schaaf. Sie verstärkten mit ihren Instrumenten den jeweils landestypischen Sound.

Der am Schluss langandauernde Applaus und mehrere Zugaben waren deutlicher Ausdruck der Anerkennung des Dargebotenen.


26. September 2010

Die Schöne und das Monstrum - Kindermusical

Mit Spannung erwarteten über 150 Eltern, Verwandte, Freunde und Interessierte, was den die "Jüngsten" des Gesangvereins Harmonie auf die Bühne bringen werden. Um kurz nach 15 Uhr war es dann soweit und Jan Ebling als Erzähler weihte uns in die Geschichte ein. Ein Dorf, irgendwann, irgendwo. Der bucklige Glöckner wird von den Kindern des Dorfes verspottet wie so oft. Der Vorhang öffnet sich und ein von Frank Horl liebevoll gestaltetes Dorf kommt zum Vorschein. Die Kinder des Chores tanzen um den Buckligen (Timo Kropp) und verspotten ihn mit ihrem Lied. Das Goldlöckchen tritt auf. Natürlich wunderschön, gesungen von Juliette Pöpperl. Sie ist die Schöne des Dorfes bei allen wegen Ihrer Schönheit beliebt, doch dadurch ein wenig eingebildet. Sie singt von Ihrer Schönheit, der Chor stimmt ihr zu. Wir erfahren, dass der Kaufmann, der Vater des Goldlöckchens Ihre Seele beim Kartenspiel an den Teufel verkauft hat. Der will sich die Seele nun holen. Und bekanntlich hat der Teufel ja viele Gesichter, diesmal in der Gestalt von Raika Steinfurth, die ihn kraftvoll und stark darstellt und singt. Die Bürgerinnen und Bürger bitten letztlich die Hexe des Dorfes (Franziska Jochem) um Hilfe. Doch Ihr Plan schlägt fehl. Der Teufel durchschaut ihn. Jetzt schlägt die Stunde des Buckligen. "Ich habe einen Plan ..." tönt es von der Bühne. Der Bürgerinnen und Bürger des Dorfes im Chor wollen ihm nicht so recht glauben, aber mangels besserer Alternativen gibt man ihm nach. Und er gelingt, der Plan. Das Goldlöckchen ist gerettet, der Teufel besiegt. Der Chor tanzt und singt, Goldlöckchen gelobt nicht mehr eitel zu sein, der Bucklige wird fortan nicht mehr verspottet und die Moral von der Geschichte? Die hören wir wie zu Beginn nochmals "Ich bin anders als Du, Du bist anders als ich" Aber dennoch soll jeder seine Chance haben.

Vorhang zu, der Lohn der Arbeit: Begeisterter Applaus, Tränen in einigen Augen und ein sichtlich erleichterter Klaus Ebling, der als Chorleiter im Mai diese Idee hatte und nun fast zu bescheiden darauf verweist, dass er eigentlich nur wenig zum Gelingen beigetragen hat. Was war neben der Geschichte denn nun das Besondere an dieser Aufführung des Singspiels von Hans Georg Meyer-Hoffmann? Kinder im Alter von 5 bis 13 Jahren trauen sich auf eine große Bühne, singen Solo oder im Chor. Die musikalische Begleitung kommt nicht vom Band sondern wird live dazu gespielt von Schülerinnen und Schüler der Musikschule InTakt Nierstein. Auch die Musiker sind im gleichen Alter wie die Darsteller. Es hat sich gelohnt. Und im Nachgang können sich alle bei Kaffe und Kuchen austauschen. Wir freuen uns schon heute auf eine Fortsetzung. Irgendwann, irgendwo ...?

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